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Nicht Vertröstung — Begrenzung (5/7)

„Die ganze Schöpfung seufzt" — die Bibel nennt den Zustand krank, nicht normal.

Heute der Teil, der am ehesten nach Vertröstung klingt. Deshalb gleich vorweg, worin der Unterschied liegt.

Vorweg wie immer: Wenn es gerade zu schwer ist, ruf an — Telefonseelsorge, rund um die Uhr, kostenlos und anonym: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. In akuter Gefahr: 112.

Vertröstung wäre: „Es ist nicht schlimm"

Genau das steht hier nicht. Paulus schreibt: Ich halte dafür, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die offenbart werden soll. Und dann kommt ein Bild, das den gegenwärtigen Zustand ausdrücklich als nicht in Ordnung bezeichnet: Die ganze Schöpfung seufzt und liegt in Geburtswehen bis jetzt — und nicht nur sie, sondern auch wir selbst seufzen in uns: Römer 8,18-23.

Das ist bemerkenswert. Der Text erklärt das Leid nicht zum Normalzustand, mit dem man sich abfinden müsste. Er nennt es einen Zustand, der auf sein Ende wartet — wie Wehen, die auf etwas hinlaufen.

Wer das Seufzen der Schöpfung ernst nimmt, kann Leid nicht relativieren. Der Text tut es auch nicht.

Wie das Ende beschrieben wird

Am Ende der Bibel steht eine Szene, die auffällig konkret und auffällig knapp ist: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen — er wird bei ihnen wohnen. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen: Offenbarung 21,3-4.

Zwei Beobachtungen dazu.

Die Aufzählung ist vollständig. Tod, Trauer, Geschrei, Schmerz — es wird nichts ausgenommen und nichts als halb so schlimm eingestuft.

Die Geste ist persönlich. Jede Träne, einzeln, abgewischt. Nicht „es wird sich alles klären", sondern jemand, der sich herunterbeugt. Wer Tränen abwischt, nimmt zur Kenntnis, dass sie geflossen sind.

Warum Begrenzung etwas anderes ist als Trost

Der praktische Unterschied ist größer, als er klingt.

Menschen halten außerordentlich viel aus, solange es ein Ende hat. Was zermürbt, ist die Endlosigkeit — der Gedanke, dass es immer so bleibt. Wer eine Diagnose hat, aber keinen Verlauf kennt, leidet oft mehr an der Ungewissheit als am Befund.

Diese Zusage nimmt nicht das Heute weg. Sie nimmt dem Heute die Ewigkeit.

Der ehrliche Rest

Man kann diesen Teil auch als billig empfinden — als Verschiebung des Problems in eine Zukunft, die niemand überprüfen kann. Dieser Einwand ist berechtigt, und diese Serie kann ihn nicht ausräumen.

Was sie sagen kann: Diese Hoffnung steht nicht allein. Sie hängt an dem, was in Teil 4 stand — an jemandem, der behauptetermaßen selbst hindurchgegangen ist. Ohne den wäre es Vertröstung. Mit ihm ist es ein Versprechen von jemandem, der weiß, was er verspricht.

Wie es weitergeht

Im nächsten Teil geht es um die Frage, warum Präsenz mehr trägt als eine Erklärung — der Punkt, an dem diese Serie ihren Kern hat.