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Warum wir weiter bezahlen für das, was nicht satt macht (5/6)

Er klopft an. Die Tür geht nur von innen auf.

Angenommen, das Angebot aus dem letzten Teil stimmt. Warum nimmt man es dann nicht einfach an?

Eine sehr alte Frage

Beim Propheten Jesaja steht sie fast wörtlich, und sie klingt eher verwundert als vorwurfsvoll: Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Verdienst für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, und ihr werdet Gutes essen: Jesaja 55,2-3.

Das ist keine rhetorische Frage. Es ist eine echte, und sie hat mehrere ehrliche Antworten.

Drei Gründe, die keine Ausreden sind

  • Das Vertraute ist berechenbar. Die Kuren aus Teil 3 wirken zwar nur kurz — aber zuverlässig. Man weiß, was man bekommt. Das Angebot dagegen ist unbekannt, und es verlangt Vertrauen in jemanden, den man nicht kontrolliert.
  • Man müsste zugeben, dass man leer ist. Solange man beschäftigt bleibt, muss man es nicht aussprechen. Wer die Hand ausstreckt, gesteht ein, dass die eigene Sammlung nicht gereicht hat. Das ist unangenehm — besonders für Menschen, die viel erreicht haben.
  • Es wäre nicht folgenlos. Wenn hier tatsächlich jemand ist, dann ist er nicht bloß ein Mittel gegen die Leere. Dann hat er auch eine Meinung dazu, wie ich lebe. Das ahnt man, und deshalb bleibt man lieber unverbindlich.

Der dritte Punkt ist meistens der eigentliche.

Das Bild von der Tür

Es gibt eine Stelle, die genau diese Situation beschreibt — und zwar erstaunlich zurückhaltend. Da steht einer vor einer Tür und klopft: Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich zu ihm hineingehen und mit ihm essen: Offenbarung 3,20.

Bemerkenswert ist, was hier nicht passiert. Er tritt nicht ein. Er bricht nichts auf. Er klopft und wartet.

Wer eine Tür aufbricht, ist ein Einbrecher, auch wenn er Gutes bringt. Und was er anbietet — gemeinsam essen — ist Nähe, und Nähe lässt sich nicht erzwingen, ohne aufzuhören, Nähe zu sein.

Das erklärt auch, warum niemand von außen dazu gedrängt wird. Es erklärt aber ebenso, warum von allein nichts passiert: Die Tür geht nur von innen auf.

Ein sehr kleiner erster Schritt

Falls du merkst, dass du gern wolltest und nicht kannst — das ist kein Ausschlusskriterium, sondern der übliche Anfang. Ein ehrliches Gebet darf so klingen: „Ich bin leer, und ich kann es nicht selbst füllen. Wenn du da bist: Mach dich bemerkbar." Das ist ein vollständiger Satz und ein vollständiges Gebet.

Wie es weitergeht

Im letzten Teil geht es darum, wie ein Anfang konkret aussieht — und um eine Zusage, die überraschend körperlich formuliert ist: Ruhe für die Erschöpften und Fülle an Freude.