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Die Liste, die man hätte nachprüfen können (3/6)

„Die meisten von ihnen leben noch" — so schreibt kein Fälscher.

Der ganze Rest hängt an diesem Teil.

Die älteste Fassung

Paulus gibt in einem Brief etwas weiter, das er selbst empfangen hat — eine Formel, die älter ist als der Brief und damit einer der frühesten Texte des Christentums überhaupt: Christus ist für unsere Sünden gestorben nach den Schriften, er wurde begraben und ist auferweckt worden am dritten Tag.

Und dann folgt die Zeugenliste: Er erschien Petrus, dann den Zwölfen. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten bis jetzt übrig geblieben sind, einige aber sind entschlafen. Danach Jakobus, dann allen Aposteln — zuletzt ihm selbst: 1. Korinther 15,3-8.

Der Halbsatz, auf den es ankommt

„Von denen die meisten bis jetzt übrig geblieben sind."

Das ist kein frommes Beiwerk. Das ist eine Einladung zur Überprüfung, gerichtet an Leser, die zeitlich und geografisch in Reichweite waren. Es heißt sinngemäß: Geh hin und frag sie.

So schreibt niemand, der eine Legende aufbaut. Legenden werden zeitlich und räumlich weit weggelegt — „vor langer Zeit, in einem fernen Land" —, gerade damit niemand nachfragen kann. Hier passiert das Gegenteil.

Das beweist nicht, dass die Zeugen recht hatten. Menschen können sich irren, auch viele gleichzeitig. Aber es zeigt, mit welcher Art von Behauptung wir es zu tun haben: mit einer, die sich der Nachfrage ausdrücklich stellt.

Was der Begriff „Erstling" meint

Wenig später zieht Paulus die Konsequenz für unsere Frage — und benutzt dafür ein Bild aus der Landwirtschaft: Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen: 1. Korinther 15,20.

Der „Erstling" war die erste Garbe der Ernte, die man darbrachte. Ihre Bedeutung lag nicht in ihr selbst, sondern darin, dass sie das Kommende ankündigte: Wo eine erste Garbe ist, ist ein ganzes Feld reif.

Das ist der eigentliche Punkt. Die Auferstehung wird hier nicht als Sonderfall für eine einzelne Person dargestellt, sondern als erster Fall von etwas, das weitergeht.

Was man damit machen kann

Prüfen. Das klingt banal, ist aber der ehrlichste Rat dieser Serie: Wenn die ganze Sache an dieser einen Behauptung hängt, dann lohnt es sich, die Berichte selbst zu lesen, statt über sie zu diskutieren.

Am zugänglichsten sind die Schlusskapitel der Evangelien — insbesondere Lukas und Johannes. Auffällig daran ist, wie unheldenhaft die Zeugen dargestellt werden: Sie glauben es zunächst selbst nicht, halten es für Geschwätz, wollen anfassen.

Wie es weitergeht

Im nächsten Teil geht es darum, was auf dieser Grundlage konkret zugesagt ist — und was ausdrücklich offen bleibt. Beides gehört zusammen.