„Vom Tod zum Leben hindurchgeschritten" (6/6)
Das Bemerkenswerte an diesem Satz ist die Zeitform.
Sechs Wochen, eine Frage: Was kommt nach dem Tod? Der Weg in einem Absatz: Die Bibel stellt die Frage selbst und gibt zu, dass niemand von uns dort war. Einen Reiseführer durchs Jenseits gibt es nicht — dafür eine Person, die von sich sagt, sie sei die Auferstehung. Das Ganze hängt an einer einzigen, überprüfbar gemeinten Behauptung: dass einer zurückgekommen ist. Zugesagt ist ein Platz, ein verwandelter Leib und eine Welt ohne Tod; ausgemalt wird nichts. Und der Tod wird nicht verharmlost, sondern für besiegt erklärt.
Heute: was das für dich heißt.
Die Zeitform, auf die es ankommt
Jesus sagt einen Satz, dessen Pointe in der Grammatik steckt: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben hindurchgeschritten: Johannes 5,24.
Nicht „wird haben". Nicht „wird hindurchschreiten". Hat. Ist.
Das heißt: Der entscheidende Übergang liegt nach diesem Text nicht im Sterben, sondern vorher — im Vertrauen. Das Sterben ist dann kein Sprung ins Ungewisse mehr, sondern das Durchschreiten einer Tür, die schon offen ist.
Das Angebot
Es steht in dem wohl bekanntesten Satz der Bibel, und er ist bemerkenswert unexklusiv formuliert: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe: Johannes 3,16.
„Jeder" ist hier das Schlüsselwort. Es gibt keine Vorauswahl.
Und wie sich das auf ein Leben auswirkt, zeigt ein Satz von Paulus, der im Gefängnis sitzt und ernsthaft mit seiner Hinrichtung rechnet: Denn das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn: Philipper 1,21.
Das ist keine Todessehnsucht — im selben Abschnitt sagt er, dass er zum Bleiben bereit ist, weil er gebraucht wird. Es ist die Beschreibung eines Menschen, für den beide Richtungen offen sind, ohne Panik.
Der Schritt
Er braucht keine Vorkenntnisse:
- Ehrlich werden: Gott sagen, dass du bisher ohne ihn gelebt hast — und dass du die Frage nicht selbst beantworten kannst.
- Vertrauen: dass Jesus der ist, für den er sich ausgab, und dass die Zeugen recht hatten.
- Annehmen: ihn bitten, dass die Zusage aus Johannes 5 auch für dich gilt.
Wenn du das willst, kannst du es jetzt tun — mit eigenen Worten oder ungefähr so: „Jesus, ich weiß nicht, was nach dem Tod kommt, und ich habe Angst davor. Ich glaube, dass du zurückgekommen bist. Vergib mir, dass ich ohne dich gelebt habe. Ich vertraue dir mein Leben an — und mein Sterben." Kein Zauberspruch — Gott hört auf das Herz, nicht auf die Formulierung.
Und danach? Prüf weiter. Diese Serie hing an den Zeugenberichten — lies sie selbst: das Johannesevangelium, eine halbe Seite am Tag, besonders die Schlusskapitel. Dazu reden (Gebet, einfach ehrlich) und nicht allein bleiben. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst: Melde dich bei uns, wir stellen gern einen Kontakt in deiner Nähe her.
Wenn du gerade trauerst: Nimm dir Zeit, und lass dir von niemandem sagen, du müsstest darüber hinweg sein. Wenn es zu schwer wird, gibt es Hilfe — Trauerbegleitung in deiner Nähe, oder die Telefonseelsorge: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, kostenlos, rund um die Uhr, anonym.
Du darfst. Du musst nicht.
Vielleicht überzeugt dich das nicht. Auch das ist eine redliche Antwort — und ein erzwungenes Vertrauen wäre keines. Dann nimm wenigstens das mit: Die Frage ist nicht mit „das weiß niemand" erledigt. Es gibt eine Behauptung, die sich der Nachprüfung stellt. Ob sie trägt, kannst nur du entscheiden.
Danke, dass du bis hierher mitgedacht hast.