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Diese Frage beantwortest du längst — ohne es zu merken (1/7)

Woran du deinen Wert festmachst, verrät die Antwort schon.

Es gibt Fragen, die kommen immer wieder — meistens nicht am helllichten Tag, sondern nachts, wenn es still wird. „Hat mein Leben eigentlich einen Sinn? Oder mache ich mir da nur etwas vor, und in Wahrheit ist alles Zufall?"

Du hast diese Frage ausgewählt. Vielleicht aus Neugier, vielleicht weil sie dich schon länger nicht loslässt. In den nächsten Wochen bekommst du dazu sieben Mails von uns — keine fertigen Parolen, sondern einen ehrlichen Gedankengang. Du darfst an jeder Stelle widersprechen.

Eine sehr alte Frage

Diese Frage ist nicht neu. In der Bibel gibt es ein ganzes Buch, das nichts anderes tut, als ihr nachzugehen: der Prediger. Und der fängt drastisch an — mit dem Befund, dass alles „nichtig" sei, ein Hauch, der verweht: Prediger 1,2-3. Der Mann, der das schreibt, ist keiner, der nichts erreicht hätte. Im Gegenteil: Er hatte Reichtum, Bildung, Genuss, Erfolg — und stellt trotzdem fest, dass ihm der letzte „Gewinn unter der Sonne" fehlt: Prediger 2,10-11.

Bemerkenswert ist, dass die Bibel diese Ernüchterung nicht wegdrückt. Sie nimmt sie ernst, gibt ihr sogar einen Platz in ihrer Mitte. Wer also mit dem Verdacht lebt, am Ende sei vielleicht alles sinnlos, ist in guter Gesellschaft.

Warum diese Frage nicht harmlos ist

„Hat mein Leben einen Sinn?" klingt nach Philosophieseminar. Ist es aber nicht. Denn an der Antwort hängt mehr, als man auf den ersten Blick denkt.

Der Psalm 8 stellt sie in ihrer ganzen Wucht: Angesichts des riesigen Sternenhimmels — was ist der Mensch überhaupt, dass Gott an ihn denkt? Und die Antwort dort ist nicht „ein Nichts", sondern: mit Würde gekrönt, kaum geringer als göttlich: Psalm 8,4-6. Zwischen diesen beiden Polen — winziges Staubkorn oder gewollter Gedanke — entscheidet sich, wie du dich selbst siehst.

  • Bist du Zufall, dann müsstest du dir jeden Sinn selbst erfinden — und mit dir stirbt er wieder.
  • Bist du gemeint, dann bringt dein Leben ein Wozu schon mit, das größer ist als du.

Du beantwortest die Frage längst

Und hier hört das Theoretische auf: Du beantwortest diese Frage nicht erst, wenn du sie zu Ende gedacht hast — du lebst deine Antwort schon. Woran du dein Selbstwertgefühl festmachst, wovor du am meisten Angst hast, woran du dich in schweren Zeiten festhältst: Das alles verrät, welchen Sinn du deinem Leben insgeheim zutraust.

Deshalb lohnt es sich, die Frage einmal offen und ehrlich zu stellen, statt sie nur nebenbei mitzuleben.

Wie es weitergeht

In der nächsten Mail schauen wir uns die beiden möglichen Antworten genauer an — Zufall oder Absicht — und was jede von beiden für dich bedeutet.

Bis dahin eine kleine Beobachtungsaufgabe, wenn du magst: Achte diese Woche einmal darauf, in welchen Momenten sich dein Leben „sinnvoll" anfühlt. Und frag dich: Woran liegt das eigentlich?