Bist du gemeint — oder ein Zufall? (2/7)
Zwei Möglichkeiten. Und sie führen in völlig verschiedene Leben.
Letztes Mal ging es darum, dass an der Sinnfrage mehr hängt, als sie zunächst verrät. Heute schauen wir genauer hin: Welche Antworten gibt es überhaupt?
Wenn man die vielen Varianten zusammenfasst, bleiben am Ende nur zwei.
Antwort A: Zufall
Alles, was es gibt — das Universum, das Leben, du — ist das Ergebnis von Materie, Zeit und Zufall. Ohne Absicht, ohne Adressat, ohne Ziel. Dann ist niemand da, der dich gemeint hat. Sinn gibt es in dieser Sicht nur als etwas, das Menschen sich selbst ausdenken, solange sie leben. Er ist ein nützliches Gefühl, aber nichts, was wirklich „da" ist.
Diese Antwort hat eine kühle Konsequenz: Wenn niemand dich gemeint hat, dann ist dein Wert am Ende Verhandlungssache — abhängig davon, was du leistest, wie du aussiehst, was andere in dir sehen.
Antwort B: Absicht
Hinter allem steht eine Absicht. Jemand wollte, dass es dich gibt. Dann bist du keine Panne des Universums, sondern ein Gedanke — und zwar ein gewollter.
Genau das behauptet die Bibel. Und sie sagt etwas Überraschendes über den Menschen: Gott habe „die Ewigkeit in ihr Herz gelegt" — Prediger 3,11. Das erklärt eine merkwürdige Erfahrung, die fast jeder kennt: dass kein noch so schöner Moment ganz satt macht, dass da immer eine Sehnsucht bleibt, die über das Erreichte hinausweist. In dieser Sicht ist diese Unruhe kein Defekt, sondern ein Zeiger.
Noch konkreter wird ein Beter im Psalm 139: Gott habe ihn „im Mutterleib gewoben", er sei „furchtbar wunderbar gemacht", und alle seine Tage seien geschrieben gewesen, ehe einer davon war: Psalm 139,13-16. Herkunft ist hier keine Statistik über die Menschheit, sondern eine Aussage über dich persönlich: kein Massenprodukt, sondern Maßanfertigung.
Warum das keine Kleinigkeit ist
Beide Antworten kann man nicht gleichzeitig leben. Sie führen in verschiedene Welten:
- Dein Wert: verhandelbar (A) — oder vorgegeben, bevor du irgendetwas geleistet hast (B).
- Dein Sinn: selbst erfunden und vergänglich (A) — oder mitgegeben und bleibend (B).
- Dein Umgang mit dem Tod: das Zurückfallen ins Nichts (A) — oder eine Tür (B).
Merkst du, wie praktisch diese scheinbar abstrakte Frage plötzlich wird?
Wie es weitergeht
Jetzt könnte man einwenden: „Schön und gut — aber das ist doch alles nur Behauptung. Wie soll man so eine Frage überhaupt entscheiden? Keiner von uns war beim Anfang dabei." Genau da machen wir nächstes Mal weiter.