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Welche Halte reißen, wenn es ernst wird (2/5)

Es lag nicht an dir. Es lag an der Statik.

Letztes Mal ging es darum, dass es für den freien Fall eine eigene Sprache gibt. Heute um etwas, das man in dieser Lage schmerzhaft genau merkt.

Drei Halte, die reißen

  • Kontrolle. Solange man plant, vorsorgt und regelt, fühlt es sich sicher an. Bis etwas passiert, das sich nicht regeln lässt. Dann bricht nicht nur die Sache weg, sondern auch die Überzeugung, dass man Dinge im Griff hat.
  • Erfolg und Leistung. Sie tragen, solange man kann. Genau in der Krise kann man oft nicht.
  • Menschen. Sie tragen viel — und sind selbst begrenzt. Manche halten Belastung nicht aus. Andere wollen und können nicht. Und manchmal ist der Mensch, der getragen hätte, genau der, der weg ist.

Das ist keine Anklage. Es ist eine Feststellung über Statik.

Was die Bibel dazu sagt

Sie ist an dieser Stelle nüchtern bis zur Schroffheit. Ein Psalmvers stellt zwei Arten von Sicherheit nebeneinander: Diese vertrauen auf Wagen und jene auf Rosse, wir aber auf den Namen des HERRN, unseres Gottes: Psalm 20,8.

Wagen und Pferde waren damals die stärkste denkbare Absicherung — die Militärtechnik der Zeit. Der Vers sagt nicht, dass sie nutzlos seien. Er sagt, worauf man am Ende nicht sein Gewicht legen kann.

Und Jesus erzählt es als Bild vom Hausbau: Wer seine Worte hört und nicht tut, gleicht einem Mann, der sein Haus auf Sand baut. Dann kommen Regen, Ströme und Winde — und das Haus fällt, und sein Fall war groß: Matthäus 7,26-27.

Beachte, was in diesem Bild nicht unterschieden wird: das Wetter. Beide Häuser bekommen denselben Sturm. Der Unterschied ist ausschließlich der Untergrund.

Warum das entlastend ist

In einer Krise kommt fast immer die Frage: Was habe ich falsch gemacht? Warum halte ich das nicht besser aus? Andere schaffen das doch auch.

Das Bild vom Sand sagt etwas anderes: Es lag nicht an deiner Anstrengung. Ein Haus auf Sand fällt nicht, weil der Bewohner zu schwach war, sondern weil der Untergrund nachgibt. Wer sein Leben auf Kontrolle, Erfolg oder einen einzelnen Menschen gestellt hat, hat nichts Dummes getan — er hat getan, was alle tun. Es hält nur nicht in jedem Wetter.

Was jetzt nicht kommt

Jetzt käme normalerweise der Satz „Aber Gott trägt". Der kommt auch — im nächsten Teil, und zwar mit dem, woran man ihn festmachen kann.

Was hier nicht kommt, ist die Zumutung, das Weggebrochene kleinzureden. Was du verloren hast, war echt und ist echt weg. Ein Fundament ersetzt keinen Menschen.

Ein Wort zur Vorsicht

Wenn es gerade nicht mehr geht: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym — 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. In akuter Gefahr: 112.

Wie es weitergeht

Im nächsten Teil geht es um den Grund, den die Bibel anbietet — und um ein Bild, das aus derselben Erfahrung stammt wie deine: Fels, nicht Wolke.