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Klein genug für einen schlechten Tag (5/5)

Die Sorge abgeben — nicht, weil du stark bist, sondern weil er sorgt.

Fünf kurze Mails, eine Frage: Was trägt mich, wenn alles wegbricht? Der Weg in einem Absatz: Für den freien Fall gibt es in der Bibel eine eigene Sprache — du musst nicht tapfer sein. Kontrolle, Erfolg und Menschen tragen viel, aber sie sind nicht der Untergrund; dass sie nachgaben, lag nicht an dir. Was angeboten wird, ist ein Fels — einer, der die Katastrophe nicht wegverspricht, sondern mitten darin steht. Und er hängt nicht daran, dass du ihn spürst.

Heute: was man damit anfangen kann, wenn man wenig Kraft hat.

Zur Ruhe kommen, nicht sich zusammenreißen

Ein Psalm beginnt mit einem Satz, der in dieser Lage entlastend ist: Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung. Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Feste; ich werde nicht wanken: Psalm 62,2-3.

„Still" ist hier kein Befehl, ruhig zu sein. Es beschreibt eher, was passiert, wenn man aufhört, sich selbst retten zu müssen.

Der praktischste Satz

Und dann gibt es einen Satz, der so konkret ist, dass er fast wie eine Handlungsanweisung klingt: Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er ist besorgt um euch: 1. Petrus 5,7.

Beachte die Begründung. Nicht „weil du sie nicht tragen solltest" oder „weil Sorgen sinnlos sind". Sondern: weil er sich kümmert. Man wirft nicht ins Leere, sondern jemandem zu.

Praktisch heißt „werfen": aussprechen. Eine Sorge nach der anderen, laut oder still, ohne sie vorher ordentlich zu formulieren. Das ist alles.

Die Einladung

Jesus selbst formuliert sie so, dass niemand sich zu schlecht dafür fühlen muss: Kommt zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig: Matthäus 11,28-30.

Wenn du gerade nichts zu bieten hast, bist du damit gemeint — nicht trotzdem, sondern genau deshalb.

Ein Schritt, der auch heute geht

  1. Sagen, wie es ist. Kein schönes Gebet. „Ich kann nicht mehr" reicht.
  2. Etwas abgeben. Eine einzige Sorge, die dich gerade am meisten drückt.
  3. Ihn bitten, der Grund zu sein — auch wenn du nichts spürst.

Wenn du willst, mit eigenen Worten oder ungefähr so: „Jesus, mir ist der Boden weggerutscht. Ich kann nicht und ich fühle nichts. Ich glaube, dass du da bist. Trag mich, bis ich wieder stehen kann. Danke, dass ich so kommen darf." Kein Zauberspruch — Gott hört auf das Herz, nicht auf die Formulierung.

Und danach? Erwarte keine Wende über Nacht. Was hilft, ist klein: ein Satz am Morgen, ein ehrliches Reden am Abend, und Menschen. Bitte bleib nicht allein damit. Wenn du nicht weißt, an wen du dich wenden kannst: Melde dich bei uns, wir stellen gern einen Kontakt in deiner Nähe her.

Ein Wort zur Vorsicht

Wenn es gerade nicht mehr geht — wenn Gedanken kommen, dass es ohne dich einfacher wäre —, dann ist das kein Glaubensproblem, sondern ein Grund, sofort Hilfe zu holen. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. In akuter Gefahr: 112.

Du darfst. Du musst nicht.

Vielleicht war das alles zu viel oder zu früh. Auch das ist in Ordnung. Dann nimm nur einen Satz mit: Der Boden, der weggerutscht ist, war nicht der einzige. Und es gibt jemanden, der behauptet, im Wasser dabei zu sein — nicht daran vorbei.

Danke, dass du bis hierher mitgegangen bist.