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Die Hoffnung hängt nicht an einem Wunsch (3/6)

Ein „Erstling" ist die erste Garbe — nicht die einzige.

Letztes Mal ging es um die Grenze. Heute um das, was innerhalb dieser Grenze trägt.

Wenn die Trauer gerade zu schwer wird: Trauerbegleitung oder Telefonseelsorge — rund um die Uhr, kostenlos und anonym: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. In akuter Gefahr: 112.

Warum das kein Wunschdenken ist

Der Unterschied zwischen Hoffnung und Wunschdenken liegt darin, ob es einen Grund gibt, der außerhalb des Wünschenden liegt.

Der christliche Grund ist ein behauptetes Ereignis: Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen. Denn da durch einen Menschen der Tod kam, kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden: 1. Korinther 15,20-22.

Das Wort „Erstling" ist hier entscheidend. Es meint die erste Garbe der Ernte — und ihre ganze Bedeutung liegt darin, dass sie nicht die einzige ist. Wo eine erste Garbe eingebracht wird, steht ein Feld.

Die Auferstehung wird also nicht als Sonderfall für eine besondere Person erzählt, sondern als Anfang von etwas, das weitergeht. Genau darauf ruht die Hoffnung für die, die gestorben sind.

Der Satz am Grab

Und dann gibt es die Szene, die für Trauernde am wichtigsten ist. Jesus kommt zum Grab von Lazarus, vier Tage zu spät. Die Schwester macht ihm einen Vorwurf. Er antwortet nicht mit Trost, sondern mit einem Anspruch: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist — und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Und dann die Rückfrage: Glaubst du das? Johannes 11,25-26.

Diese Rückfrage ist bemerkenswert. Er drängt nicht und beweist nichts. Er stellt die Frage zurück.

Was das für deine Frage bedeutet

Sei hier ehrlich, was daraus folgt und was nicht.

Es folgt: Der Tod ist nach diesem Text nicht das Ende einer Person. Wer gestorben ist, ist nicht ausgelöscht.

Es folgt nicht automatisch, wie und wann und in welcher Form du jemanden wiedersiehst. Diese Lücke bleibt.

Aber die erste Aussage ist mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Denn die schlimmste Version der Trauer ist nicht „ich sehe ihn lange nicht", sondern „es gibt ihn nicht mehr". Genau dagegen richtet sich dieser Satz.

Wie es weitergeht

Im nächsten Teil geht es an die zugesagten Stellen selbst — und da wird es tatsächlich konkreter, als der zweite Teil vermuten ließ. Es gibt zwei Texte, die das Gemeinsame ausdrücklich nennen.